Blaumond - Theater für Kinder

Interview mit Jörg Herwegh über das neue Theater BLAUMOND

Warum mit Theater BLAUMOND ein neues Kindertheater?

Der Name ist neu, Kindertheater mache ich seit 25 Jahren. Theater für Kinder und Theater mit Kindern. u.a. das bayerische Märchen-Musical „Huraxdax!“ im Rosenheimer Freibadgelände, „Hotzenplotz“ , „Michel aus Lönneberga“und die „Stoawelt-Saga“ am Stoa bei Edling, „Zwerg Nase“ und „Pinocchio“ im Wasserburger Narrenkeller, ein neuer „Hotzenplotz“ auf der Wasserburger Innbühne oder „Spatz Fritz“, „Nur ein Tag“, „Kalle Blomquist“ und „Rotputtel und Aschenkäppchen“ im Theater Wasserburg.
BLAUMOND ist die konsequente Weiterführung meiner langjährigen Arbeit im Kindertheater.

Warum sind Sie nicht mehr Leiter der Kinder- und Jugendtheatersparte beim Theater Wasserburg?

Weil wir uns getrennt haben. Ganz friedlich, aber mit unterschiedlichen Ansichten über die Theaterarbeit. Es waren drei intensive Jahre, die ich nicht missen möchte. Dieses „Kinder- und Jugendtheater“ ist ja auch sowas wie ein Kind von mir.

In dem früheren Theater DAS NARRENSCHIFF gab es auch viel Kindertheater?

DAS NARRENSCHIFF existiert nicht mehr. Jede Veränderung ist eine Chance, mit bewährten Erfahrungen neue Pfade zu beschreiten. Unsere neuen Theaternamen wie BAIRISCHE KOMÖDIE und eben Theater BLAUMOND sind nicht nur Namensänderungen, sondern auch inhaltliche und organisatorische Neuorientierungen.

Woher der Name BLAUMOND?

Ich bin ja selbst ein großes Kind und liebe Kindertheater, wenn es mich fasziniert und entführt. Traum und Fantasie spielen eine große Rolle. Die jungen Menschen müssen sich heute früher und stärker einer rauen Realität stellen. Das meistern sie übrigens viel besser als die Erwachsenen glauben. Ich arbeite viel mit Kindern, nicht nur in der Theaterarbeit, und ich bin immer wieder begeistert, welche tiefe Sehnsucht nach einem anständigen menschlichen Zusammenleben voller humanistischer Ideale in ihnen schlummert.
Um dieser Vision nachzugehen, brauchen sie aber kreative Freiräume, in denen sie mit Fantasie andere Welten gestalten. Der Schritsteller Eugène Ionesco hat gesagt: „Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche, sie ist Kühnheit und Erfindung.“

„Blue moon“ ist ein besonders im englischsprachigen Raum verbreitetes Bild von etwas Besonderem, „Blaumond“ ist die Bezeichnung für einen zweiten Vollmond innerhalb eines Monates. Auf unserem Logo sieht man zwei Wildgänse an einem Blaumond vorbeifliegen. Ich war schon als Kind von Nils Holgersson fasziniert, der nach einem bösen Streich in ein Wichtelmännchen verwandelt wird und unfreiwillig mit den Wildgänsen in eine spannende Reise durch ganz Schweden und zu sich selbst aufbricht.

Außerdem zeigt der Name, dass es sich um ein eigenständiges und unabhängiges Kindertheater handelt, das sich selbst verpflichtet ist. Das Theater BLAUMOND muss kein Ganzjahres-Programm durchziehen, sondern arbeitet in den Zeiträumen zwischen meinen lukrativen Theaterarbeiten, beispielsweise zwischen den Vorstellungen der „Miss Marple“-Tournee durch Deutschland.

Ist Theater BLAUMOND eine Konkurrenz zum weiterbestehendem „Kinder- und Jugendtheater Wasserburg“?

Das wäre doch ein Schmarrn, eher eine Ergänzung. Wir bieten in erster Linie mobiles Kindertheater mit professionellen Schauspielern an, mit dem wir in die Kindergärten und Schulen fahren. Wir haben uns da ein kleines und raffiniertes Bühnensystem überlegt, mit dem wir sehr einfach in jenen Gebäuden Theateratmosphäre schaffen können. Die ist ja der Nährboden der Phantasie.
Natürlich zeigen wir diese Stücke auch öffentlich in Wasserburg, wie z.B. im Dezember den „Käpten Knitterbart“ nach Cornelia Funke im Saal des Pfarrzentrums St. Jakob. Aber das ist von der Anzahl überschaubar und dann spielen wir ja auch gleich im Anschluss in der Region wie z.B. in der „Bühne im Lokschuppen“ in Rosenheim.

Ändert sich die Theaterarbeit vor Ort?

Selbstverständlich. Ich habe ja einige Jahre als Honorar-Fachkraft für Theater in den Ganztagesklassen der Grundschule Wasserburg oder des Sozialpädagog. Zentrums gearbeitet. Habe jüngst mal resümiert, was ich darüber hinaus ehrenamtlich mit diesen Schülern für besondere öffentliche Auftritte zu Jubiläumsveranstaltungen und Bunten Abenden gearbeitet oder im Ferienprogramm der Stadt Wasserburg ganztägige Theater-Workshops angeboten habe. Das war eine ganze Menge. Durch die Neuorientierung ist das beendet. Es kommen andere Aufgaben in anderen Schulen.

Sie arbeiten aber noch mit Kindern und Jugendlichen in Wasserburg?

Ich bin ja seit vielen Jahren als Trainer im Jugendfußball tätig. Pausiere zwar eine Saison, um nun endlich im zweiten Anlauf hochoffiziell beim Bayerischen Fußball-Verband den doch aufwändigen Trainerschein zu machen, aber es kann sein, dass ich in den hohen Ganztagesklassen der Mittelschule im neuen Jahr Fußball-Training als Wahlfach anbieten kann.
Und einmal im Jahr, vornehmlich im Sommer, macht das Theater BLAUMOND eine Theaterproduktion mit Amateur-Schauspielern und vor allem vielen Kindern, die darin wichtige Rollen übernehmen wie nun im Stationentheater „Häuptling 007“ in Staudham.

Was bedeutet Stationentheater?

Das haben wir schon mal beim „Pinocchio“ im ehemaligen Narrenkeller gemacht. Das Geschehen, die Schauspieler und die Zuschauer wandern von Szene zu Szene zu einer anderen Spielstätte. Die Landwirtschaft Staudham mit ihren ausgedehnten Wirtschaftsgebäuden hat ja draußen wie drinnen ideale und spannende Spielstätten für diese Kriminalkomödie für die ganze Familie.

Ist wegen diesem Stationenwechsel das Zuschauer-Kontingent begrenzt?

Ja, es können pro Vorstellung maximal 60 Zuschauer dabei sein, damit alle gut sehen und hören und es auch organisatorisch machbar ist.

Es gibt ab 16. Juli fünf Sonntagsvorstellungen jeweils um 11 Uhr. Rechnet sich das betriebswirtschaftlich bei einer begrenzten Zuschauerzahl von jeweils 60?

Nein, wir hoffen, die Unkosten hereinzubekommen. Kindertheater kann man nicht nur betriebswirtschaftlich sehen. Angesichts der elektronischen Medien und der Tatsache, dass immer weniger Eltern mit ihren Kindern z.B. in ein Theater gehen, muss man die jungen Menschen irgendwie für das Theater gewinnen. Im Theaterbereich sind wir in der Region die einzigen, die konsequent mit Kindern arbeiten und ihnen große Rollen mit eigenverantwortlicher Arbeit hinter den Kulissen zutrauen. Ich bekomme immer wieder Anfragen von auswärtigen Eltern, die für ihre Kinder ein forderndes und förderndes Theater außerhalb der Schule suchen. Da sind wir auch stolz darauf.
Aber diese Arbeit beschränken wir nun auf ein Projekt im Jahr. Endgültige Stückauswahl und Rollenbesetzung erfolgt in den Faschingsferien davor, so dass wir genügend Zeit haben, mit den Kindern trotz der schulischen Anforderungen die Inszenierung auf die Bühne zu bringen.
Aber wir planen jetzt bereits ein Kindertheater mit Kindern für den Juni 2018 voraus.

Worum geht es im „Häuptling 007“?

In einem fiktiven Dorf an einem See gibt es eine pfiffige Kinderbande, die sich Indianernamen gegeben hat. Ihr Anführer ist besagter Häuptling.
Der Untertitel „Das geheimnisvolle Mädchen vom See“ weist schon darauf hin, dass neben den spannenden Elementen der Kriminalkomödie auch fantastische Dinge passieren. Eine Wirtin plant ein megagroßes Eventhotel, durch das die schöne Landschaft am See zubetoniert wird. Da regt sich Widerstand. Der wertvolle Schmuck der Wirtin wird gestohlen. Alle Indizien sprechen gegen einen griesgrämigen Schreiner, der sich den Hotelplänen in den Weg stellt. Aber Häuptling 007 und seine Bande entdecken interessante Dinge und ziehen ihre eigenen Schlüsse.

Wieviele Kinder und Jugendliche spielen mit?

Neben den vier erwachsenen Schauspielern sind 6 Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 16 Jahren dabei. Zudem treten junge Artisten des Kinderzirkusses „Belacqua“ von Uta Ziegler als Gäste auf.

Theater MIT Kindern


Häuptling 007 oder Das geheimnisvolle Mädchen vom See”

Kriminalkomödie für Kinder ab 7 J. als Stationentheater in der LandWirtschaft Staudham

Kritik von K. Thaller:

Wer hat die Juwelen geklaut?

Stationen-Krimi für Kinder und die ganze Familie in Staudham

Die Wirtschaft in Staudham an der Stadtgrenze zu Edling blickt auf eine jahrhundertelange Tradition zurück. War das Gebäude einst Pferde-Umspannstation und Rasthaus, so hat Pächter Theo Heupgen aus dem riesigen Haus mit seinen Nebengebäuden mit viel Liebe zu den Details sein Konzept von der „etwas anderen Wirtschaft“ umgesetzt. Der Name „LandWirtschaft“ passt vortrefflich, denn die Besitzer des Anwesens haben über Generationen die Wirtschaft mit kleiner Pension betrieben und gleichzeitig als Bauern die Zutaten für die Küche erzeugt.

Schon vor Jahren plante Regisseur Jörg Herwegh sein Stationentheater vor und in den vielen interessanten Gebäudeteilen- und Ecken.
Jörg Herwegh: „Die malerischen Kulissen sind ideale Bühnenbilder.“
Nun hat sich Herwegh, der an kein Theater mehr als Spielort gebunden ist, mit der Kiinder-Kriminalkomödie „Häuptling 007 oder Das geheimnisvolle Mädchen vom See“ den Wunsch erfüllt.

Sein neues Kindertheater Blaumond, das vor allem als mobiles Kindertheater mit professionellen Schauspielern herumreist, wird einmal im Jahr in Wasserburg oder Umgebung ein Theaterstück mit vielen Kindern und Jugendlichen inszenieren.
Los geht das Stationentheater hinter dem Gebäude vor der ehemaligen Scheunenauffahrt, die heute zu dem großen Antiquitätenhandel führt, den Wirt Theo Heupgen in erster Linie betreibt. Durch den imposanten Innenhof mit Biergarten gehen die Zuschauer dort zur Kasse und nehmen auf Bierbänken Platz.

Die Geschichte nimmt in der ersten Szene schnell Fahrt auf: wir lernen Frau Seidl kennen (Brigitte Schwab im feschen Dirndl spielt sie vordergründig freundlich, wechselt aber schnell in einen harten Charakter). Die Wirtin der nahen Gutswirtschaft ist eine umtriebige Geschäftsfrau, die alle alten Gebäude niederreißen will, um ein imposantes modernes Wellness- und Eventhotel zu bauen.
Schreinermeister Fitzmaier (Jörg Herwegh als griesgrämiger und ungehobelter Widerling) ist gegen die Pläne, denn seine Schreinerei liegt im alten Werkstattgebäude des Gutshofes.
Und die Kinder des nahen Dorfes, die hinter den Stallungen ihren Abenteuer-Spielplatz haben, wollen auch nicht, dass das Gebiet zwischen Gutshof und See mit Bistros, Promenaden oder Touristengeschäften für das Hotel zubetoniert wird.
Allen voran die Bande des „Häuptlings“, deren Mitglieder sich Indianer-Namen gegeben haben.

Freche, neugierige und clevere Kinder, die zu Detektiven werden, sind die Hauptbestandteile jedes Kinder-Krimis. Felix Oberkandler überzeugt nachhaltig in der Titelrolle und Hanna Born, Hannah Stürmlinger und Lukas Klobeck stehen ihm als Akteure der selbstbewussten Bande in nichts nach.
Und da sind noch ihre Freunde vom Kinderzirkus, die auf dem Spielplatz proben. Der Kinderzirkus Belacqua von Uta Ziegler sorgt in der ersten und letzten Szene mit seinen Darbietungen für mehr als nur einen Farbtupfer in dem spannenden Geschehen. Der seit 20 Jahren bestehende Wasserburger Kinderzirkus hat in dem Krimi seinen letzten öffentlichen Auftritt. Aber Herbst wird Uta Ziegler in ihrem Tanzstudion Belacqua etwas Neues mit Artistik anbieten.

Zurück zum Stück: In der ersten Szene sehen wir noch die merkwürdige Frau Dr. Neubauer, die sich als Beamtin des Vermessungsamtes ausgibt. Brigitte Oberkandler spielt sie zur Freude des Publikums als vermeintlich Naive. Der Junge Ludwig (Simon Mühlbacher in der Wandlung vom Azubi-Ganoven zum guten Menschen schauspielerisch überzeugend) hat einiges ausgefressen und arbeitet für Frau Seidl, um seine Strafe bezahlen zu können.

Und mit Sarah, dem Mädchen vom See, wird es geheimnisvoll und fantastisch. Denn nur Ludwig scheint sie sehen zu können. Die vierzehnjährige Magdalena Kaiser, die im letzten Dezember als Enkelin des „Weihnachts-Grantlers“ das Publikum in Staudham begeisterte, spielt diesen Part charmant bezaubernd.

Sarah führt die Zuschauer denn auch zur zweiten Station zwischen den Überresten von alten bayerischen Stallungen, die Theo Heupgen am Eingang zum Biergarten geschickt inszeniert hat. In dieser kurzen Szene lernen wir die Kommissarin kennen, die Constanze Baruschke als weiblichen Maigret gibt. Die überaus wertvollen Juwelen von Frau Seidl sind gestohlen worden.

In der dritten Szene auf der Dachterrasse erfahren wir Näheres, denn von dort scheint der Dieb in die Wirtschaft eingebrochen zu haben. Die erdrückenden Beweise sprechen eindeutig gegen Schreinermeister Fitzmeier, der trotz seiner Unschuldsbeteuerungen von der Kommissarin als Verdächtigter mitgenommen wird.
Aber dem Häuptling und seiner Bande sind einige seltsame Dinge aufgefallen und sie werden aktiv.

Wie der Krimi nun ausgeht, wird an dieser Stelle nicht verraten.
Die nächste Szene führt uns auf den spannenden Dachboden der LandWirtschaft. Nach der Pause löst sich der Fall unter Mithilfe der Indianerbande und des Kinderzirkusses im unverwechselbaren Theatersaal der LandWirtschaft. Für diese längere Schlußszene ist der Saal bestuhlt.

„Häuptling 007“ ist eine originelle Collage aus spannenden Schauplätzen, spannendem Krimipuzzle und vor allem den beeindruckenden Leistungen der jungen SchauspielerInnen, die mit leidenschaftlicher Ernsthaftigkeit dem Theater ihren Stempel aufdrücken.

Frau Dr. Neubauer<br/>und Herr Fitzmeier

Frau Dr. Neubauer
und Herr Fitzmeier

Indianer im Einsatz!

Indianer im Einsatz!

Frau Seidl plant ein Mega-Hotel

Frau Seidl plant ein Mega-Hotel

Der Kinderzirkus

Der Kinderzirkus

Das geheimnisvolle Mädchen

Das geheimnisvolle Mädchen

Der Häuptling und seine Indianer

Der Häuptling und seine Indianer


Mit Brigitte Oberkandler, Brigitte Schwab, Constanze Baruschke, Hanna Born, Hannah Stürmlinger, Felix Oberkandler, Simon Mühlbacher, Lukas Klobeck, Magdalena Kaiser, und Jörg Herwegh
sowie dem Kinderzirkus Belacqua!


Professionelles Theater FÜR Kinder


Rotputtel und Aschenkäppchen

Kritik 24.11.2016 OVB:

„Wir brauchen ’ne Großmutter und wo ist der Wald?“ Besinnlich ist anders. Märchenhaft und witzig, das ist „Rotputtel und Aschenkäppchen“.

Wasserburg – Märchenreich und witzig präsentiert sich das neue Kinderstück „Rotputtel und Aschenkäppchen“ am Theater Wasserburg. Der Leiter der Sparte Kinder- und Jugendtheater, Jörg Herwegh, hat sich für das Clownsstück mit einigen Märchen nach den Gebrüdern Grimm befasst. „Aus dem Spiel mit Julia Urban heraus“ habe sich aus einer groben Textfassung das „interaktive Märchenpuzzle“ entwickelt für Kinder ab vier Jahren. Mitgewirkt hat ebenso Constanze Baruschke (Dramaturgie). Herausgekommen ist dabei eine Mischung aus Impro- und Kasperletheater, das es den jungen Zuschauern erlaubt, eine fast ebenso wichtige Rolle zu spielen wie die Schauspieler selbst: Als Stichwortgeber bestimmen sie die weitere Handlung auf der Bühne mit.

Diese ist rasch erzählt: Die Bühnenarbeiter „Herr Karl“ (Jörg Herwegh) und „Lizzy“ (Julia Urban), sollen eine Theaterbühne für eine Abendveranstaltung vorbereiten. Anhand der Utensilien, die sie finden, kommen sie, die Laien, selbst ins Spiel.

Und erzählen sich gegenseitig verschiedene Märchen, an die sich der eine oder die andere nicht recht erinnern kann. Daraus entwickelt sich eine rasante Achterbahnfahrt quer durch die Welt von „Rotkäppchen“, „Aschenputtel“, „der Teufel und der Bauer“ und „Rapunzel“. „Und wie geht’s dann weiter?“ ist von der Bühne oft zu hören. „Dann hat er sie gefressen, die Großmutter“, heißt es sofort aus dem Publikum. Das macht natürlich Laune.

So kommt es, dass die Schauspieler blitzschnell in die unterschiedlichsten Rollen schlüpfen: Vom Rotkäppchen in die Großmutter in den Jäger und zurück ins Rotkäppchen (Urban) und auch ohne weitere Kostüme „der Bauer“ oder „der böse Wolf“ auftritt (Herwegh). Allein durch ihr Spiel füllen beide ihre Rollen vollkommen aus. Während die Kulisse, eine nackte Bühne, stets die gleiche bleibt, fungieren die einfachsten Gegenstände als Requisite oder fehlende Mitspieler: Aus der Leiter wird ein Turm, aus langen Seilen Rapunzels Haar und aus einer Sonnenbrille die „Großmutter“. „Wir brauchen ‘ne Großmutter und wo ist der Wald?“ ruft Herr Karl und schon ist auch dieses Problem gelöst.
„Bei einem jungen Publikum, das mit den Märchen vertraut ist, sind die Antworten eigentlich klar“ Jörg Herwegh

So einfach kann Theater sein. Und so fantasieanregend. „Bei einem jungen Publikum, das mit den Märchen vertraut ist, sind die Antworten eigentlich klar“, so Herwegh. Spannend wird es, wenn die Schulklassen zu Besuch kommen und eigene Stichworte liefern. „Das spielen wir dann natürlich auch“, so Herwegh. So wird wohl jede Aufführung eine eigene Premiere werden.


Diese Inszenierung ist ab sofort buchbar für Kindergärten und Schulen.