Bairische Komödie Wasserburg

Die BAIRISCHE KOMÖDIE WASSERBURG hat seit ihrer Gründung vor drei Jahren für Furore gesorgt, nicht zuletzt durch die “Amtsgerichts”-Tournee mit Christine Neubauer.

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Irschenberg


eine Rabenkomödie mit Chris Blunser und Jörg Herwegh


Kritik im OVB vom 27.4.2017 von Karin Wunsam:
“Zwei Männer unter einem Dach und Chaos ist garantiert!

Eigentlich die optimale Rahmenbedingung für eine Komödie. Die Lacher waren damit schon programmiert bei der Uraufführung von „Irschenberg“ von und mit Chris Blunser und Jörg Herwegh. Die beiden lebens- und spielerfahrenen Akteure schafften es aber, neben viel Situationskomik auch Tiefsinn in ihr neues Stück zu packen.

„Irschenberg“ erinnert an das Bühnenstück „Ein seltsames Paar“ von Neil Simon, das im Jahr 1968 mit dem amerikanischen Komiker-Duo Jack Lemmon und Walter Matthau verfilmt wurde. Die Handlung: Ein depressiver Ordnungsfanatiker und Hypochonder zieht zu seinem Freund. Der ist ein lebenslustiger und schlampiger Chaot, der sich statt für Sauberkeit und Ordnung viel mehr für Sport und Frauen interessiert.
Ein ernster Hintergrund

Beim aktuellen Bühnenwerk von Chris Blunser und Jörg Herwegh verhält es sich ähnlich. Doch die Entstehung des Stücks „Irschenberg“ beruht auf einem sehr ernsten Hintergrund: Chris Blunser erkrankte 2014 an einem bösartigen Schilddrüsenkarzinom. Wie sehr ihn dieser Schicksalsschlag traf, zeigt sich schon auf seiner Internetseite. Da beschreibt der Kabarettist genau, wie er in einer achtstündigen Operation von diesem Geschwür befreit wurde und sich nach 35 Bestrahlungen und Reha in der Trissl-Klinik in Oberaudorf zurück ins Leben kämpfte.

Als Brando gibt er in „Irschenberg“ genau diese Erlebnisse noch einmal wieder, nun sogar vor Publikum, direkt und schonungslos. Obwohl ganz in seiner Rolle und gewürzt mit viel schwarzem Humor, merkt man, da spricht der 54-Jährige über sich, über sein Leiden, seine Ängste, vielleicht, um über diesen Weg diese traumatische Erfahrung besser verarbeiten und hinter sich lassen zu können – die Grenze zwischen Spiel und Realität verschwimmt.

Brando zieht nach einem Wasserschaden für einige Wochen zu seinem alten Schulfreund Bertl, gespielt von Jörg Herwegh. Dieser kann auch nach sieben Jahren immer noch nicht verwinden, dass ihn seine Frau Tina verlassen hat. Seine Überfürsorge bekommt nun Brando in vollen Zügen zu spüren. Der kann sich zuerst nur wundern. Dann fängt er aber an, einen Plan zu schmieden, wie er seinen Freund dazu bringen kann, sich endlich einmal um sich selbst zu kümmern, als ständig nur um andere.

Jörg Herwegh und Chris Blunser sind ein eingespieltes Duo mit hoher Professionalität. Auf der Bühne harmonieren sie perfekt. Treffend und glaubhaft verkörperten beide bei der Uraufführung von „Irschenberg“ in der Mensa der „Beruflichen Forbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft“ (BFZ) in Rosenheim ihre Rollen.

Die Örtlichkeit war für ein Theater ungewöhnlich: Der Platz war begrenzt. Es gab keine Bühne. Herwegh bezeichnet diesen Rahmen als „Rosenheimer Zimmertheater“. Tatsächlich hat das Spiel in kleinem Raum seine Vorteile: Jörg Herweg und Chris Blunser kamen ihren rund 20 Zuschauen sehr nahe. Diese fühlten sich dadurch förmlich hineingezogen in die Handlung.”